1951 - 1971

Die Rückbildung vom TuS zur Sportvereinigung Aurich und Aufbruch zu neuen Ufern

Saison 1950/51 Verbandsliga  - 6. Platz 26:26 Pkt. 52:50 Tore

Anfang des Jahres 1951 wurden innerhalb des TuS Aurich Stimmen laut, die Rückgliederung der ehemaligen Vereine MTV Aurich und Sportvereinigung Aurich vorzunehmen, die dann auch vollzogen wurde.

Auf der umgehend anberaumten Mitgliederversammlung der SpVg Aurich wurde ein neuer Vorstand gewählt, auf den sehr viel Arbeit zukam. Es waren immerhin eine Altherren-, vier Herren-, zwei Jugend-, drei Schüler- und zwei Knabenmannschaften, die den Fußballsport in der Sportvereinigung ausüben wollten.

 

Saison 1951/52 Verbandsliga - 10. Platz 21:31 Pkt. 45:60 Tore

Im August 1951 beging dann die Sportvereinigung unter der Schirmherrschaft des damaligen Regierungspräsidenten von Ostfriesland, Dr. Mimke Berghaus, ihr 40 jähriges Vereinsjubiläum. Vor dem Festakt spielten die Traditionsmannschaften von der SpVg Aurich und Germania Leer. Im November 1951 empfingen die Auricher Fußballer tieferschüttert die Nachricht, daß ihr Ehrenmitglied und langjähriger Spielausschussobmann Habbi Uden im Alter von 53 Jahren gestorben war.

Ein Festabend wurde u.a. mit Darbietungen der Jugendabteilung gefeiert. Am nächsten Tag spielte die Herrenmannschaft ein Freundschaftsspiel gegen die Amateurelf des SC Berlin-Tegel, das nach einer schönen Begegnung 2:2 endete.

 

Ein Jahr später machte die 2. Herrenmannschaft groß von sich Reden. Sie wurde nämlich Meister der Kreisklasse Nordwest und stieg in die Bezirksklasse Ostfriesland auf. Leider musste diese tolle Mannschaft immer wieder Spieler an die 1. Herren abgeben, so dass der Abstieg bald vorprogrammiert war.

1952 kam es zu einem Freundschaftsspiel der 1. Herrenmannschaft (verstärkt durch einige Akteure des FC Norden) gegen den Meidericher SV, der zu der Zeit in der Westdeutschen Oberliga spielte. Die Gäste aus Duisburg gewannen deutlich mit 9:1

Im Vorstand des Vereins hatten sich zwischenzeitlich auch Änderungen ergeben. Der spätere Bürgermeister der Stadt Aurich, Hermann Hippen, war neuer 1. Vorsitzender geworden. Sein langjähriger Weggefährte, Paul Wiene, war der Kassenwart des Vereins. Beide hatten seit den 1920er Jahren in Jugend- und Herrenmannschaften der Sportvereinigung gespielt. Diese Sportkameraden sind als Urgesteine aus der Vereinsgeschichte nicht wegzudenken.

 

Saison 1952/53 Verbandsliga - 7. Platz 29:31 Pkt. 60:62 Tore

Die 1. Mannschaft der SpVg Aurich wurde in dieser Saison mit dem Fairness Preis ausgezeichnet.  Im Vorstand hatte es eine Veränderung gegeben. Nach langjähriger Tätigkeit als 1. Vorsitzender hatte Heinrich Held sein Amt niedergelegt und nach einer kurzen Übergangszeit, in der Heinz Schlesinger die Geschicke des Vereins leitete, war Hermann Hippen zum Nachfolger gewählt worden.

Saison 1953/54 Verbandsliga -  9. Platz 35:33 Pkt. 78:76 Tore

Saison 1954/55 Verbandsliga - 10. Platz 27:33 Pkt. 51:66 Tore

Die 2. Herrenmannschaft konnte in dieser Spielzeit erneut die Meisterschaft in der 1. Kreisklasse Nordwest feiern, und stieg in die Bezirksklasse Ostfriesland auf.

Saison 1955/56 Verbandsliga - 10. Platz 27:33 Pkt. 61:72 Tore

Im Laufe der Zeit hatten sich in den Umliegenden Gemeinden der Stadt Aurich weitere Fußballvereine gegründet. Auch diese Tatsache war wohl ein Grund mit dafür, dass im Jahr 1955 die sportlichen Erfolge der 1. Herrenmannschaft fast auf dem Nullpunkt angekommen waren.  Die Mannschaft stand abgeschlagen am Tabellenende der Verbandsliga. Dieser Missstand wurde durch die hervorragende Jugendarbeit im Verein beendet. Die 1. Mannschaft wurde kurzerhand durch ehemalige A Jugendspieler Enno Korba und Klaus Treumann verstärkt und die Truppe stieg nicht ab!

Die 2. Herrenmannschaft wurde in dieser Saison erneut Meister in der 1. Kreisklasse Nordwest und stieg in die Bezirksklasse Ostfriesland auf. Zudem war die A Jugend mit den Geburtsjahrgängen 1936/37 Ostfriesischer A Jugend Bezirksmeister geworden. Im Spiel um die Niedersachsenmeisterschaft unterlag das Team nur knapp mit 3:4 dem VfB Oldenburg. Viele dieser Fußballer bildeten den neuen, stark verjüngten Stamm der ersten Mannschaft.

Saison 1956/57 Amateurliga - 2. Platz 46:14 Pkt. 94:45 Tore

Die Saison 1956/57 begann mit deutlichen Siegen gegen den FC Norden und TuS Varel. Im nächsten Heimspiel vor einer stattlichen Kulisse von 2000 Fußballfans gegen den späteren Meister der Verbandsliga, Germania Wilhelmshaven, gewannen die Auricher mit 6:1 Toren. Bis zum letzten Spieltag lag die Sportvereinigung an der Tabellenspitze. Beim letzten Spiel in Wilhelmshaven unterlag das Team mit 1:2 und musste den Wilhelmshavenern den Vortritt zu den Aufstiegsspielen lassen.

Saison 1957/58 Amateurliga - 6. Platz 33:27 Pkt. 54:58 Tore

Dem Jahresrückblick zur Saison 1957/58 war zu entnehmen, das die SpVg Aurich auch in dem Jahr zu den führenden Vereinen in Ostfriesland zählte.  Mit Platz 6 in der Amateurliga konnte man durchaus zufrieden sein. Die 50er Jahre waren aber vornehmlich durch die großen Erfolge der Jugendabteilung und hier insbesondere der A Jugend geprägt. Die Serienmeisterschaften auf Bezirksebene legten den Grundstuck für den sehr guten Ruf der Auricher Jugendarbeit.

Meistermannschaft 1951/52 : Jugendleiter Bruno Drees, Gerd Janssen, Klaus Campen, Horst Wollmann, Herman Thomßen, Heiko Frerichs, Helmut Wittig, Dieter Lienemann, Karl Bock, Horst Schunke, Harald Görlich, Hans-Willi Rossbach, Klaus Neukirchen, Theo Buss, Trainer Karl Kettwig und Betreuer Karl-Heinz Drees.

Meistermannschaft 1953/54: Trainer Karl Kettwig, Eberhard Ratsch, Klaus Treumann, Enno Korba, Uli Ideus, Hermann Becker, Theo Buss, Werner Hartmann, Hans Pusch, Reinhard Behrends, Egon Siebolds, Georg Ahrenholz und Helmut Fooken.

Meistermannschaft 1954/55: Enno Köring, Werner Hartmann, Paul Jurisch, Ulrich Ideus, Helmut Grahle, Georg Ahrenholz, Eberhard Ratsch, Hermann Becker, Klaus Treumann, Enno Korba, Heinz Labitzke, Trainer Karl Kettwig.

Vize-Meister 1957/58: Heinz Labitzke, Heinz Geiken, Klaas Buskohl, Georg Lüdecke, Gerd Füllgrabe, Charly Günsel, Eduard Rosskamp, Dieter Holtmann, Heiner Campen, Wolfgang Ziegler, Karl Schröder, Dirk-Ubbo Dirks, Edzard Hoffmann.

Meistermannschaft 1958/59: Heinz Geiken, Udo Schöneboom, Udo Harms, Wolfgang Ziegler, Dieter Bauer, Peter Wilding, Lutz Drewski, Heiner Campen, Edzard Hoffmann, Gustav Harms und Gerd Füllgrabe.

Meistermannschaft 1959/60: Trainer Karl Kettwig, Peter Wilding, Udo Schöneboom, Dirk-Ubbo Dirks, Klaus Eberhard, Lutz Drewski, Dieter Bauer, Gerd Füllgrabe, Heinz Geiken, Betreuer Erdreich Ott, Günther Mehnert, Gustav Harms und Hans Häring.

Meistermannschaft 1960/61: Trainer Karl Kettwig, Lutz Drewski,  Ernst Hinrichs, Ortwin Runde, Karl-Otto Gramberg, Dieter Bauer, Hans-Jürgen Redenius, Peter Schlüter, Hans Buß, Betreuer Erdreich Ott, Jan-Dieter Dirks, Werner Biermann, Gustav Harms, Harald Wendler, Fritz Janssen und Heinz Blöck.

 

All diese Erfolge waren im hohen Maß dem aufopferungsvoll arbeitenden Jugendleiter und zugleich Trainer der 1. A Jugend, Karl Kettwig, zu verdanken.

Saison 1958/59 Amateurliga - 3. Platz 40:20 Pkt. 74:54 Tore

Saison 1959/60 Amateurliga - 7. Platz 30:30 Pkt. 56:48 Tore

Als dann im Jahr 1961 Otto Vogelsang die Nachfolge von Karl Kettwig als Jugendleiter und Trainer antrat, hatte er ein umfangreiches Erbe angenommen. Die Jugendarbeit für die Sportvereinigung wurde immer schwerer, weil nach und nach weitere Vereine mit mehreren Sportarten in der näheren Umgebung gegründet wurden. Auf das größere Vereinsangebot verteilten sich die weniger werdenden Jugendlichen. Diese Schwierigkeiten wurden aber von Otto Vogelsang und seinen Helfern gut gemeistert. Was Karl Kettwig in der 50 Jahren gelang, erreichte Otto Vogelsang in den späten 60er und frühen 70er Jahren noch einmal. Vier aufeinander folgende Meisterschaften.

Meistermannschaft 1967/68: Trainer Otto Vogelsang, Arthur Mannott, Hermann Harriehausen, Meinhard Gerdes, Jakob Reuter, Leo Frerichs, Wilfried Albers, Gerd Fahnster, Helmut Bents, Dieter Schmidt, Ernst Antoni, Alwin Goldenstein.

Meistermannschaft 1968/69: Trainer Otto Vogelsang, Wilfried Albers, Joachim Lengert, Rainer Peters, Günther Reifschneider, Wolfgang Haak, Andreas Wojak, Helmut Buchholz, Willi Dinter, Rudolf Vosshage, Helmut Bents, Karl-Heinz Assmus, Dirk Romaneeßen.

Meistermannschaft 1969/70: Trainer Otto Vogelsang, Rainer Peters, Friedhelm Peters, Wolfgang Haak, Willi Dinter, Günther Reifschneider, Karl-Heinz Assmuss, Bernd Schattner, Andreas Wojak, Albert Dinter, Manfred Freese.

Meistermannschaft 1970/71: Trainer Otto Vogelsang, Bernd Schattner, Hermann Voss, Friedhelm Peters, Helmut Krull, Helmut Buchholz, Dirk Romaneeßen, Hermann Roth, Manfred Freese, Peter Schwager, Frerich Lengert, Ottmar Didsum.

 

Saison 1960/61 Amateurliga - 9. Platz 27:33 Pkt. 51:54 Tore

So Erfolgreich in dieser Zeit die Jugend auch war, so gingen die Erfolge der 1. Herrenmannschaft spürbar zurück. Leistungsträger verließen den Verein weil das berufliche Weiterkommen nicht immer gegeben war. Aber auch der Fußball trieb einige sehr gute Auricher Fußballer in die Ferne. So gingen jeweils als Vertragsspieler Klaus Treumann zum VfB Lübeck und anschließend zum 1. FC Kaiserslautern, und Eberhard Ratsch zu Westfalia Herne, wo er u.a. mit dem damaligen Nationaltorhüter Hans Tilkowski, in einer Mannschaft spielte.

Saison 1961/62 Amateurliga - 8. Platz 27:33 Pkt. 36:47 Tore

Immerhin wurde auch in den 60er Jahren die Amateurliga gehalten. In der Saison 1961/62 schloss das Team auf Platz 8 ordentlich ab.

Stehend von links: Betreuer Gerd Schulz, Trainer Werner Wendland, Heiner Campen, Otto Reichel, Kurt Willink, Gerd Janssen, Horst Campen, Gerd Füllgrabe, Klaas Buskohl und Betreuer Eberhard Korba.

knieend v.l.n.r.: Werner Hartmann, Georg Ahrenholz, Wolfgang Ziegler, Willi Gritzmann, Hans Leppich und Fritz Wessels. Aus der legendären 57er Mannschaft waren lediglich drei Spieler verblieben.  

Das 50 jährige Vereinsjubiläum 1961 wurde mit einer Sportwoche vom 10. -18. Juni gefeiert. In der Festschrift wurde ausgiebig auf die ersten 50 Jahre des Vereins eingegangen.

Saison 1962/63 - Amateurliga - 8. Platz 28:28 Pkt. 55:39 Tore

Die Abiturienten mussten Aurich zum Studium fast ausnahmslos verlassen. Damit war der Leistungsabfall bei der SpVg kaum zu verhindern. Trotz der Abgänge fanden immer wieder Fußballinteressierte den Weg zur Sportvereinigung. Drei Herren-, eine Altherren und sechs Jugendmannschaften trugen zu der Zeit das Trikot der Sportvereinigung. 

Saison 1963/64 - Amateurliga - 10. Platz 24:32 Pkt. 43:58 Tore

Der Abstieg aus der Amateurliga schien in der Saison 1963/64 nicht mehr zu verhindern sein.

Nur gut das zu dieser Zeit die Soldaten der Bundeswehr in die Blücherkaserne Einzug hielten. Es entstand eine enge Verbindung zwischen der in Aurich stationierten Luftwaffeneinheit und der Sportvereinigung Aurich. Viele gute Fußballer der Bundeswehr spielten fortan für die SpVg und der Klassenerhalt gelang. Eine Ligareform versetzte unsere Mannschaft zur neuen Saison in die Bezirksliga Oldenburg/Ostfriesland.

 

Saison 1964/65 Bezirksliga Oldenburg/Ostfriesland - 5. Platz 29:27 Pkt. 39:39 Tore

Saison 1965/66 Bezirksliga Oldenburg/Ostfriesland - 3. Platz 35:21 Pkt. 55:39 Tore

Saison 1966/67 Bezirksliga Oldenburg/Ostfriesland - 8. Platz 28:28 Pkt. 43:48 Tore

Saison 1967/68 Bezirksliga Oldenburg/Ostfriesland - 1. Platz 39:21 Pkt. 53:38 Tore

Meister der Bezirksliga 1968

Einen sehr großen sportlichen Erfolg konnte der Verein dann in der Spielzeit 1967/68 verbuchen. Vier Mannschaften wurden in ihren jeweiligen Spielklassen Meister. Die 1. Herrenmannschaft wurde Meister in der Bezirksliga Oldenburg/Ostfriesland und stieg in die Verbandsliga Niedersachsen Nord auf. Die 2. Herrenmannschaft wurde Meister der Kreisklasse Nordwest und die vierte Herrenmannschaft erreichte das gleiche Ziel in der 2. Kreisklasse. Die A Jugend wurde (s.o.) ostfriesischer Bezirksmeister.

 

Saison 1968/69 Verbandsliga Niedersachsen Nord - 8. Platz 28:32 Pkt. 37:42 Tore

Es war wieder einmal eine Sternstunde in der Fußballgeschichte Aurichs, als die erste Elf in diesem Jahr in die Verbandsliga auftieg. Die weiten Auswährtsfahrten stellten allerdings eine große Herausforderung für den Verein da. Die sportlichen Erfolge überdeckten allerdings nicht den katastrophalen Zustand des Ellernfeldgeländes. Die seit Anfang der 50er Jahre vorliegenden Pläne, Aurichs einzigen bedeutungsvollen Sportplatz zu einem Stadion umzugestalten, scheiterten am fehlenden Geld bei der Stadt Aurich. Trotzdem wurde ein Teil der hochgesteckten Ziele in die Tat umgesetzt. Die Ellernfeldturnhalle wurde gebaut und 1964 eingeweiht. In den Plänen war die Rede von einer Ellernfeld-Kampfbahn. Sie sollte Spielfelder für Fuß- und Handball mit Tribünen und großzügigen Anlagen für die Leichtathletik enthalten. Zudem war ein Hallenbad angedacht.  1969 wurde dann nach langem Ringen zumindest die Flutlichtanlage auf dem heutigen Kunstrasenplatz errichtet. Bei der Einweihung der Flutlichtanlage, die mit viel Eigenleistung und Unterstützung von Sponsoren realisiert werden konnte, waren 1700 Zuschauer dabei als die 1. Herren ein Freundschaftsspiel gegen TSR Olympia Wilhelmshaven mit 1:4 verlor. Mit der Einweihung des Hallenbades Anfang 1970 schloss die Stadt Aurich ihre Pläne des Ausbaus aus wirtschaftlichen Gründen vorerst ab.  

Saison 1969/70 Verbandsliga Niedersachsen Nord - 10. Platz 28:32 Pkt. 35:43 Tore

Saison 1970/71 Verbandsliga Niedersachsen Nord - 13. Platz 26:34 Pkt. 33:45 Tore

Mit großer Bestürzung mussten die Fußballer der Sportvereinigung im Jahr 1971 vernehmen, dass der Trainer der 1. Herren, Werner Wendland, verstorben war. Bei einem Altherren-Fußballturnier in Leer hatte er als Spieler der Auricher einen tödlichen Herzanfall erlitten. Er verstarb inmitten seines fußballerischen Wirkens, wofür er sich immer wieder eingesetzt hatte.

Über ein Jahrzehnt erlangte Werner Wendland als Trainer der 1. Herren große Achtung bei seinen Schützlingen. Aurichs Fußballer hatten nicht zuletzt ihrem Trainer den Aufstieg in die Verbandsliga Niedersachsen Nord zu verdanken.