1972 - 1992

Mühsame 70er und anschließender Höhenflug

Saison 1971/72 Verbandsliga Niedersachsen Nord - 15. Platz 23:37 Pkt. 28:46 Tore

1972 musste die 1. Herren in die Bezirksliga Oldenburg/Ostfriesland absteigen. Mit ihrem neuen Trainer Heinz Knieper bestätigte die 1. Mannschaft ihre Ligazugehörigkeit, und pendelte sich im Mittelfeld der Bezirksliga ein.

Die ehemaligen Verbandsligaspieler fanden sich in diesen Jahren im Altherrenbereich wieder. Mit einer Truppe die sehr erfolgreich so manches Freundschaftsspiel gewann, ging es zunächst zur Traditionsmannschaft des HSV nach Hamburg. Am Ochsenzoll wurde allerdings deutlich mit 1:4 verloren. Ein Jahr später 1974 machten es die Auricher es besser. Beim FC St.Pauli gab es gegen die Altligakicker vom Kiez einen 1:0 Erfolg.

Saison 1972/73 Bezirksliga Oldenburg/Ostfriesland - 9. Platz 30:30 Pkt. 34:48 Tore

Saison 1973/74 Bezirksliga Oldenburg/Ostfriesland - 8. Platz 29:31 Pkt. 38:46 Tore

Im gleichen Jahr 1974 erinnerten sich einige Vereinsmitglieder des Gründungsgedanken der Sportvereinigung von 1911. Es sollte Breitensport angeboten werden. Mithin wurde eine Damengymnastikgruppe gegründet. Einmal pro Woche wurden fortan Turnstunden für weibliche Mitglieder angeboten.

Diese junge Abteilung war in relativ kurzer Zeit bis 1976 auf über 60 Teilnehmerinnen angewachsen.

Saison 1974/75 Bezirksliga Oldenburg/Ostfriesland - 10. Platz 28:32 Pkt. 31:37 Tore

Saison 1975/76 Bezirksliga Oldenburg/Ostfriesland - 12. Platz 22:38 Pkt. 29:42 Tore

Saison 1976/77 Bezirksliga Oldenburg/Ostfriesland - 12. Platz 25:35 Pkt. 33:51 Tore

Aus der Jahreshauptversammlung 1976 war zu entnehmen, das der Verein finanziell gesunden müsse. Nur aus den Mitgliedsbeiträgen war der gesamte Sportbetrieb nicht länger zu stemmen. Es wurde zunächst eine Altpapiersammelaktion gestartet. Diese Aktion brachte etwa 10.000 DM in die Vereinskasse. Ein weiterer finanzieller Aufschwung erbrachte eine Spendenaktion, die die stolze Summe von 18.000 DM einbrachte. Außerdem konnten reichlich sportgebundene Sachspenden vermeldet werden. Helfen sollte auch eine groß angelegte Mitgliederwerbung. Die Mitgliederwerbung schlug alle Rekorde. Von 340 Vereinsmitgliedern im Jahr 1974 war der Verein 1977 auf eine Mitgliederzahl von 575 gestiegen!

Es wurde auch eine deutliche Leistungssteigerung im sportlichen Bereich für die Zukunft gefordert. Die Jugendarbeit sollte verstärkt werden, und im Herrenbereich sollten spielstarke Mannschaften aufgebaut werden. Trotz erheblicher Anstrengungen war es zunächst nicht gelungen, die Spielstärke der Herrenmannschaften in der gewünschten Form zu erhöhen.

Saison 1977/78 Bezirksliga Oldenburg/Ostfriesland - 4. Platz 35:25 Pkt. 36:32 Tore

Saison 1978/79 Bezirksliga Oldenburg/Ostfriesland - 8. Platz 31:29 Pkt. 51:45 Tore

Mit der Verpflichtung des Sportlehrers Heinz Knieper als Trainer der 1. Herren, hatte der Vorstand eine wesentliche Voraussetzung für die Erreichung dieser Zielsetzung geschaffen. Erstmalig war auch das die unteren Herrenmannschaften Trainer zugeteilt bekamen. Bei der 2. Herrenmannschaft war in der Folgezeit die Leistungssteigerung deutlich zu erkennen. 1979 wurde die Mannschaft mit ihrem Trainer Klaas Buskohl Meister der 1. Kreisklasse Nordwest.

Diese Mannschaft war schon eine besondere Truppe. Es gehörten immerhin zwei Vorständler dazu. Der Trainer der Elf, Klaas Buskohl, war außerdem 2. Vorsitzender des Vereins, und Feldspieler Carl-Heinz Osten gehörte als Schatzmeister zum Vorstand.  Außerdem hatten sich im Vorstand weitere Wechsel vollzogen: 1. Vorsitzender war Gerhard Hanstein und als Jugendleiter war Joachim Winkler tätig.

Saison 1979/80 Bezirksliga Weser-Ems Nord - 13. Platz 26:38 Pkt. 40:45 Tore

Den wohl schlimmsten Tiefstand in der bisherigen Vereinsgeschichte erlebte die 1. Herrenmannschaft im Jahr 1979. Nicht nur der Trainer Heinz Knieper suchte sich mit Stern Emden einen neuen Verein, auch alle Spieler verließen Aurich auf sehr dubiose Art und Weise. Nur gut für die Sportvereinigung, dass mit Hans-Hermann Mindermann ein hervorragender Trainer für die 1. Mannschaft gefunden wurde. Der neue Mann musste aus Spielern der unteren Mannschaften und weiteren Zugängen aus unterklassigen Vereinen eine total neue Mannschaft zusammenbauen. Zu Beginn seiner Trainertätigkeit hatte Mindermann nicht einmal eine komplette Elf zusammen. Das ganze Modell ging soweit, dass der Trainer als Spielertrainer mitspielen musste. Aus der damaligen hervorragenden A Jugend konnten dem 1. Herrentrainer Fußballer zum Mitspielen nicht zur Verfügung gestellt werden, weil diese Spieler allesamt das 18. Lebensjahr noch nicht erreicht hatten. In der Saison 1979/80 konnte deswegen das Ziel nur heißen: Klassenerhalt. Dass dieses Ziel mit Platz 13 in der Bezirksliga erreicht wurde, ist hauptsächlich der Kämpfernatur von Hans-Hermann Mindermann zu verdanken. 

 

Im Herrenfußball gab s in den 70er Jahren keine sportlichen Höhenflüge. Die A Junioren konnten in der Saison 1979/80 noch einmal ein Ausrufezeichen setzen. Bezirksligameister Weser-Ems. In der Saison 1980/81 spielte die A Jugend dann als SG mit dem TuS Sandhorst und der SG Egels-Popens in der Bezirksoberliga!

Bezirksligameister 1979/80: Arnold Köllmann, Michael Labitzke, Gerd Janssen, Heiko Hippen, Baldur Gronewold, Heinz Harms, Jörg Groen, Armin Legendre, Lutz Winkler, Willi Hogelücht, Peter Böttger, Herbert Würfel, Erwin Friedrichs, Andreas Martens und Trainer Georg Ahrenholz.

Kader der Bezirksoberliga 1980/81: Lehnhard Flessner, Erwin Friedrichs, Gerhard Janssen, Michael Labitzke, Herbert Würfel, Wolfgang Meenken, Armin Legendre, Ewald Mühlenbrook, Martin Krüsmann, Lutz Winkler, Heiko Hippen, Albrecht Buskohl, Theodor Schilling, Andreas Martens und Willi Hogelücht.

Saison 1980/81 Bezirksliga Weser-Ems Nord - 10. Platz 27:33 Pkt. 37:44 Tore

Im Jahr 1981 wurde dann das 70 jährige Bestehen der Sportvereinigung gefeiert. Dazu wurde erstmals im Herrenbereich der "Hermann-Hippen-Pokal" ausgespielt. Der Ehrenvorsitzende der SpVg, war zwei Jahre zuvor verstorben. Die Bilder zeigen: Das Programmheft zur Jugendsportwoche, unsere B Junioren und die C 1 der SpVg Aurich.

Zu dieser Zeit wurden von den Stadtpolitikern die Ellernfeldbaupläne wieder aufgegriffen, die bereits in den 50er und 60er Jahren diskutiert wurden. Auf dem Ellernfeld sollte eine überregional bedeutsame Bezirkssportanlage entstehen. Etwa 1,5 Millionen DM mussten für dieses Großprojekt investiert werden. Es entstanden ein neu angelegter Rasensportplatz mit Erdwällen für Stehtribünen und eine 400 Meter Kunststofflaufbahn. Zum Gelingen hat die Sportvereinigung einen erheblichen Teil an Eigenleistung eingebracht.

Saison 1981/82 Bezirksliga Weser-Ems Nord - 6. Platz 32:28 Pkt. 45:33 Tore

1982 wurden auf einer Vereinsversammlung wichtige Entscheidungen für die Zukunft getroffen. Als neuer 2. Vorsitzender, der zugleich als sportlicher Leiter fungierte wurde Hinrich Taaken in den Vorstand berufen. Der Spielausschuss, der bis dahin über die Zusammensetzung der Herrenmannschaften entschied, wurde aufgelöst. Fortan trugen die jeweiligen Trainer und der sportliche Leiter die Verantwortung. Zudem gründete Taaken einen Förderkreis zur Unterstützung des Vereins. Für die Abwicklung des gesamten Sportbetriebes wurde Harald Pacholke zuständig.

 

Saison 1982/83 Bezirksliga Weser-Ems Nord - 2. Platz 41:19 Pkt. 62:27 Tore

Unter Trainer Hans-Hermann Mindermann gelang nach den Plätzen 13, 10 und 6 in der Bezirksliga 1983 dann die Vize-Meisterschaft. Grundlage dieses Erfolges war die starke Jugendarbeit. Viele Spieler der A Jugend Meistermannschaft der Saison 1979/80 schafften den Sprung in das Herrenteam. Nach der Vize-Meisterschaft verließ Trainer Mindermann den Verein. Sein Nachfolger wurde Gerhard Gastmann.

Saison 1983/84 Bezirksliga Weser-Ems Nord - 1. Platz 55:13 Pkt. 103:45 Tore

Meister der Bezirksliga 1984

Der Spielerkader zur neuen Saison wurde erheblich erweitert. So konnte Trainer Gastmann aus dem Vollen schöpfen. Die folge waren in der Saison 1983/84, 103 geschossene Tore und die Meisterschaft in der Bezirksliga Weser-Ems. Dabei belegte das Team vom 1. - 34. Spieltag unangefochten die Tabellenspitze. Zur Vorbereitung der Bezirksoberliga wurde der Kader der Meistermannschaft noch einmal aufgestockt.

Meistermannschaft 1983/84: Siegmund Marsollek, Hinrich Hogelücht, Heinz Harms, Ewald Mühlenbrook, Egon Thoben, Uwe Bollmeyer, Willi Hogelücht, Vito di Paola, Dieter Krull, Hermann Hausmann, Everhard Dykmann, Arnold Einnolf, Reinhard Hippen. Trainer Gerhard Gastmann.

Saison 1984/85 Bezirksoberliga Weser-Ems - 1. Platz 44:16 Pkt. 104:40 Tore

Vor Beginn der Punktrunde der Bezirksoberliga 1984/85 gab es im Vorbereitungsspiel gegen die Amateure von Werder Bremen ein 1:1 Unentschieden. Danach startete das Team von Gerhard Gastmann mit drei Siegen in die neue Spielzeit. 

Dann folgte der Hammer. Der sowjetische Meister "Dnjepr Dnjeproptepowsk" kam zu einem Test auf´s Ellernfeld. Gespielt wurde auf dem alten Schlackeplatz. Der sowjetische Meister mit 4 Nationalspielern,  gewann mit 4:0 gegen tapfer kämpfende Auricher. 

Meister der Bezirksoberliga 1985

In der Bezirksoberliga kam es zum entscheidenden Saisonspiel in Hollage. Am Ende reichte es zur Meisterschaft und der Aufstieg in die Landesliga war perfekt!!

Meistermannschaft 1984/85: Egon Toben, Erwin Zimmermann, Siegmund Marsollek, Jürgen Zimmermann, Heinz Harms, Ewald Mühlenbrook, Leo Wieborg, Wolfgang Müller, Eberhard Rogge, Arnold Einnolf, Uwe Bollmeyer, Volker Ohling, Klaus Weeken, Jens Rocker, Willi Hogelücht, Everhard Dykmann, Holger Bartkowski, Karl-Heinz Ludwigs, Vito di Paola, Alfred Harberts. Trainer Gerhard Gastmann.

Saison 1985/86 Landesliga Niedersachsen West - 3. Platz 39:21 Pkt. 52:35 Tore

Die Umbauarbeiten am Ellernfeld wurden mit der Einweihung des Stadions am 12. Juli 1985 abgeschlossen. Zu diesem Anlass kam der Bundesligist Borussia Dortmund nach Aurich. Die Borussen konnten nur knapp mit 2:1 gegen unser Team gewinnen.

 

Zu Beginn des Jubiläumsjahres 1986 schlossen die Sportvereinigung Aurich und der Bundesligist SV Werder Bremen einen Vertrag zur Zusammenarbeit in der Talentsichtung und Förderung.  Der Vertrag sollte zunächst zwei Jahre gültig sein.

In der neuen Liga erwartete die SpVg einige interessante Derbys. So konnte man sich auf Spiele gegen Germania Leer, TuS Esens, SV Wilhelmshaven, BV Cloppenburg, VfL Oldenburg und FC Norden freuen. Der Kader der SpVg war im Kern weiterhin unverändert geblieben. Trainer Gerhard Gastmann wurde per Handschlag weiterverpflichtet.

Die Saison in der Landesliga begann mit einem Trainingslager in Ungarn am Balaton. Viele Anhänger trauten der Mannschaft auch in der Landesliga einen weiteren Höhenflug zu. Am Ende der Saison 1985/86 belegte das Team einen 3. Platz in der ersten Landesligasaison. Auf der Jahreshauptversammlung 1986 konnte Aurichs Bürgermeister Werner Stöhr begrüßt werden, der in einem Grußwort auf das neue Stadion einging, dessen Bau von ihm wesentlich unterstützt worden war. 

Saison 1986/87 Landesliga Niedersachsen West - 1. Platz 45:15 Pkt. 106:36 Tore

Das 75. jährige Vereinsjubiläum wurde u.a. mit einer Jugend-Sportwoche gefeiert. Auf den Bildern sind die A2, die C1, die D1 und die F Junioren des Jahres 1986 zu sehen.

In der Saison 1986/87 hatte sich wieder einmal die gute Jugendarbeit im Verein bewährt. Drei A Jugendspieler rückten in den Kader der 1. Herrenmannschaft. Der zwischenzeitlich geschlossene Kooperationsvertrag mit dem SV Werder Bremen, erwies sich für die SpVg von Vorteil, denn eine Reihe von Spielern kam auf Empfehlung von Werder Bremen zur Sportvereinigung. Dazu zählte auch Srdjan Knezevic aus der Juniorenmannschaft des jugoslawischen Meisters Roter Stern Belgrad, der über ein Probetraining bei Werder zur SpVg Aurich kam.

Im Rahmen des 75-jährigen Vereinsjubiläum trat am 23.Juli 1986 der Bundesligist Werder Bremen zu einem Freundschaftsspiel in Aurich an, das die Bremer mit 9:4 gewinnen konnten. Der amtierende deutsche Vize-Meister zeigte erst in der zweiten Hälfte seine ganze Klasse. Die vier Auricher Treffer erzielten: Heinz Harms, Uwe Bollmeyer, Arnold Einnolf und Siegmund Marsollek.

Neben dem Highlight mit dem Spiel gegen den SV Werder, feierte die Sportvereinigung ihr 75 jähriges Jubiläum mit einem Jubiläumsturnier einer Begegnung der Traditionsmannschaften und einem großen Fest am Ellernfeld.

Meister der Landesliga 1987

In ihrer zweiten Landesligasaison stand unsere Mannschaft zur Winterpause auf Tabellenplatz 1. Das entscheidende Spiel zum Saisonende erfolgte bei RW Damme. Unter den 800 Zuschauern waren mehr Ostfriesen als Südoldenburger. 500 mitgereiste Fans machten aus dem Dammer Sportpark ein Tollhaus. Zuschauer und Spieler lagen sich nach dem Spiel in den Armen. Die 1. Herrenmannschaft der Sportvereinigung Aurich errang die Meisterschaft und war damit Aufsteiger in die Verbandsliga Niedersachsen West.

Meistermannschaft 1986/87: Gero Hirsch, Jürgen Zimmermann, Gerd Janssen, Wolfgang Behrends, Erwin Zimmermann, Siegmund Marsollek, Heinz Harms, Richard Wempen, Arnold Einnolf, Willi Hogelücht, Uwe Bollmeyer, Wilhelm Adden, Heinz-Uwe Eschen, Heinz de Berg, Paul Knus. Trainer Gerhard Gastmann.

Während der gesamten Saison 1986/87 wusste die SpVg Aurich durch ihre offensive Spielweise den Zuschauern zu gefallen. Beleg hierfür war die Torausbeute mit 106 geschossenen Toren in 30 Spielen. Uwe Bollmeyer war mit 24 Treffern der erfolgreichste Torjäger, gefolgt von Sigi Marsollek mit 23 geschossenen Toren.

Der Erfolgstrainer Gerhard Gastmann verpflichtete sich ein weiteres, sein fünfte Jahr, als Trainer der 1. Herren. Seine Forderung war ein gezieltes Verstärken der neuen Verbandsliga-Mannschaft, was dem Vorstand auch weitgehend gelang.

 

Saison 1987/88 Verbandsliga Niedersachsen - 10. Platz 30:30 Pkt. 45:46 Tore

Vor Beginn der Pflichtspielserie 1987/88 kam es zu mehreren Freundschaftsspielen. Darunter die Spiele gegen die Bundesligisten Werder Bremen (0:2), und VfL Bochum (2:3), sowie gegen den Amateurligisten TB Berlin (0:1).

Auf der Jahreshauptversammlung 1987 berichtete der Sportliche Leiter Hinrich Taaken von vier Herrenmannschaften und den so erfolgreichen letzten fünf Jahren der 1. Herrenmannschaft mit drei Meisterschaften seit 1983. 

Die Saison 1987/88 in der Verbandsliga begann mit dem Spiel gegen Eintracht Nordhorn. Zu diesem Zeitpunkt war auch das Tribünendach fast fertig. Nach fünf Punktspielen stand die SpVg Aurich ungeschlagen auf Platz 1. der Verbandsliga-Tabelle. Damit war unser Team die Nr. 1 in Ostfriesland. 

450.000 Leser des Sportmagazins "Kicker" konnten einen ganzseitigen Bericht über die Sportvereinigung vom Ellernfeld lesen. "Von der Bezirks- bis in die Verbandsliga zeigte Studienrat Gastmann den Weg", so die Überschrift.

Nach anfänglichen Erfolgen wurden in der Rückrunde der Verbandsliga die sportlichen Grenzen aufgezeigt. Die Saison wurde als 10. abgeschlossen. Es folgten noch Freundschaftsspiele gegen die Polizei-Auswahl Niedersachsen (2:4) und dem tschechoslowakischen Meister Slavia Prag (1:4) sowie gegen den damaligen Zweitligisten FC Schalke 04 (2:3).

Der Vorstand des Vereins hatte sich entschlossen am Ellernfeld eine Geschäftsstelle einzurichten. Die Vereinsarbeit wurde immer umfangreicher und der Vorstand alleine konnte die vielen Aufgaben nicht mehr erledigen. Ehrenamtliche Mitarbeiter des Vereins hatten die Geschäftsstelle errichtet. Vereinslokal blieb die Gaststätte "Weißer Schwan".

Saison 1988/89 Verbandsliga Niedersachsen - 5. Platz 41:23 Pkt. 60:44 Tore

Nachdem Kickers Emden im Jahr 1988 Meister der Landesliga geworden war, spielte ein weiterer ostfriesischer Traditionsverein mit den Auricheren in einer Klasse. Dadurch wurden die Zuschauerzahlen am Ellernfeld immer höher und brachten in der Saison 1988/89 Zuschauer Rekorde. Gegen Kickers Emden kamen 3000 Zuschauer, gegen den TuS Esens waren es 2400 und gegen Eintracht Nordhorn wollten 1200 Zuschauer das Spiel sehen. Meister der Verbandsliga 1988/89 wurde Kickers Emden, die allerdings in den Aufstiegsspielen zur Amateuroberliga scheiterten. Mit dem Vize-Meister TuS Esens schaffte es aber dennoch ein ostfriesischer Verein den Sprung in die Amateuroberliga. Eine echte Hochphase des ostfriesischen Herrenfußballs. Die SpVg Aurich belegte nur einen Punkt hinter dem TuS Esens den 3. Tabellenplatz. Die 2. Herrenmannschaft wurde zudem Meister der Kreisliga Aurich. Toller Erfolg auch im Bezirkspokal der gegen Kickers Emden im Finale gewonnen wurde!

Saison 1989/90 Verbandsliga Niedersachsen - 5. Platz 37:23 Pkt. 58:40 Tore

Das Saisonziel 1989/90 hieß für die Auricher: Aufstieg in die Oberliga. Die Saison lief gut an. Nach sechs Spielen stand die Mannschaft hinter Osterode auf dem 2. Tabellenplatz. Unserem Trainer Gerhard Gastmann fiel beim Spiel in Osterode der junge Marco Bode auf. Gastmann empfahl ihn - auf der Basis unseres Fördervertrages mit Werder Bremen - dem Werder Nachwuchsmanager Rolf Behrends. Kurze Zeit später spielte der Neunzehnjährige in der Reserve von Werder Bremen, wo er bald darauf auch Tore für die Bundesliga-Mannschaft schoss.

Im Januar 1990 präsentierte der sportliche Leiter Hinrich Taaken für die folgende Saison Bata Tijanic als Trainer-Nachfolger von Gerhard Gastmann, der nach sieben Jahren kürzer Treten wollte. Inzwischen war der Aufstiegszug abgefahren. Durch den Abstieg des TuS Esens, erwarteten die Fans wieder spannende Derbys in der Verbandsliga.

Saison 1990/91 Verbandsliga Niedersachsen - 7. Platz 29:31 Pkt. 46:46 Tore

Die Saison 1990/91 in der Verbandsliga wurde unter Trainer Bata Tijanic und den beiden Co-Trainern Gerd Kleimaker und Didi Gerbers angegangen. Nach nur acht Spieltagen gab Trainer Tijanic entnervt auf. Dem Hilferuf der SpVg konnte sich der langjährige Trainer Gerhard Gastmann nicht verschließen und sprang vorerst bis zum Saisonende ein. Die Mannschaft machte bis dahin keinen guten Eindruck. Die Folgen waren rückläufige Zuschauerzahlen, die die Verantwortlichen um den 1. Vorsitzenden Gerhard Hanstein zur Änderung der Mannschaftsstruktur zwangen. Als Trainer für die neue Saison war bereits Rüdiger Lange aus Potsdam verpflichtet worden. Am Ende der Saison 1990/91 war das Verbandsligateam ins sportliche Mittelmaß abgerutscht. Durch den Erweiterungsbau der Jugendherberge standen der SpVg Aurich neue Sanitär- und Pflegeräume zur Verfügung. 

Saison 1991/92 Verbandsliga Niedersachsen - 5. Platz 38:26 Pkt. 71:49 Tore

Für die Saison 1991/92 hatten die Verantwortlichen um Hinrich Taaken in einem unglaublichen Kraftakt elf junge, gut ausgebildete Fußballer u.a. Michael Schulz, Thorsten Peplow und Steffen Baumgart, aus der ehemaligen DDR nach Aurich geholt. Die elf Jungs aus den neuen Bundesländern wurden von ehrenamtlichen Vereinsmitgliedern untergebracht. Überdies wurden ihnen Arbeitsstellen bereitgestellt. "Landsmann", Trainer Rüdiger Lange fügte die aus der vorherigen Saison verbliebenen Spieler mit den neuen Fußballern aus der Ex-DDR zu einer spielfreudigen Mannschaft zusammen. Im Herbst, nach dem Start der Saison fand sich das Team allerdings nur im Mittelfeld der Tabelle wieder. Trainer Lange stellte daraufhin sein Amt zur Verfügung. Mit Karl Trautmann kam ein oberligaerfahrener Trainer aus Frankfurt/Oder. Ein Kenner des Ex-DDR Fußballs. Zur Winterpause führte er die Mannschaft auf Platz 2, und am Ende der Saison belegte die SpVg Aurich den 5. Platz.

Ganz sicher ging der plötzliche Tod von Hinrich Taaken nicht spurlos an der Mannschaft vorbei. Er verstarb am 22.11.1991 während des Spiels seiner Auricher gegen den Lüneburger SK. In der Öffentlichkeit wurde seit 1990 über neue Grenzwerte des Lärmschutzes diskutiert. Selbst ein Verbot von Heimspielen im Stadion wurde erwogen. Gott sei Dank - kam es anders!